Die Umsatz­steuer für Speisen in der Gastro­nomie wurde befristet auf den ermäßigten Mehrwert­steu­er­satz gesenkt. Die Absen­kung erfolge zunächst vom 1.7.2020 bis zum 30.6.2021. Die Anwen­dung des ermäßigten Mehrwert­steu­er­satzes in der Gastro­nomie wurde nunmehr jedoch bis zum 31.12.2022 verlän­gert. Der ermäßigte Steuer­satz gilt aller­dings nur für Speisen, nicht aber für Getränke. Konse­quenz ist, dass der Gast in einem Gastro­no­mie­be­trieb bis zum 31.12.2022

  • alle Speisen mit 7% verzehrt und
  • die Getränke mit 19% Umsatz­steuer zu sich nimmt.

Das, was der Gast verzehrt, muss in den Bewir­tungs­quit­tungen nach Steuer­sätzen getrennt werden. Diese Trennung ist regel­mäßig nicht möglich, wenn der Gastro­no­mie­be­trieb Kombi­na­ti­ons­an­ge­bote aus Speisen und Getränken anbietet, wie z. B. bei einem Brunch, Buffet oder All- Inclu­sive-Angebot. Die Finanz­ver­wal­tung lässt eine pauschale Auftei­lung, wonach der Entgelt­an­teil, der auf die Getränke entfällt, mit 30% des Pauschal­preises angesetzt werden kann, weiterhin zu. Bei einem Pauschal­preis für Übernach­tungen mit Frühstück kann der Entgelt­an­teil, der mit 19% anzusetzen ist, mit 15% des Pauschal­preises als Service­pau­schale bzw. als Business-Package berechnet werden. Diese Regelungen gelten nunmehr ebenfalls weiter bis zum 31.12.2022.

Praxis-Beispiel:
Ein Restau­rant bietet einen Sonntags­brunch an, der pro Person einschließ­lich Getränke 44,00 € kostet. Bei diesem Angebot kann der Restau­ran­t­in­haber nicht feststellen, wieviel der jewei­lige Teilnehmer an Speisen verzehrt und welche und wie viele Getränke er zu sich nimmt.

Lösung: Der Restau­ran­t­in­haber kann den Geträn­ke­an­teil mit 30% des Pauschal­preises ansetzen. Das sind 44,00 € x 30% = 13,20 €. Somit entfallen in der Zeit bis zum 31.12.2022 auf die 

  • Speisen: 28,79 € netto + 2,01 Umsatz­steuer = 30,80 € brutto
  • Getränke: 11,09 € netto + 2,11 Umsatz­steuer = 13,20 € brutto

Konse­quenz: Immer dann, wenn sich bei der Abgabe zu einem Gesamt­preis die Anteile von Speisen und Getränken nicht trennen lassen, kann der Geträn­ke­an­teil pauschal mit 30% angesetzt werden.

Quelle: BMF-Schreiben | Veröf­fent­li­chung | III C 2 — S 7030/20/10006 :006 | 02-06-2021